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Schlagwort: Manuel Akanji

„Er wird definitiv ein paar Monate ausfallen!“

Hinweis in eigener Sache: Falls jemand eine Zuschauerfrage an Edin Terzic oder Sebastian Kehl hat, dann möge er doch seine Frage bitte an folgende E-Mail-Adresse schicken:
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Themenbezogene Fragen zum Kader oder zum jeweiligen Gegner stellen wir bei der nächsten Pressekonferenz sehr gerne
.

Der Ausfall von Sebastien Haller könnte womöglich eine empfindliche Lücke ins Dortmunder Offensivspiel reißen.

Seitdem feststeht, dass Edin Terzic als Nachfolger von Marco Rose das Training der BVB-Profis leiten wird, sind die Fans wie aus dem Häuschen. Nachdem der gebürtiger Sauerländer mit kroatischen Wurzeln es in der vorletzten Saison geschafft hat, sein Team auf den letzten Metern der Saison doch noch für die UEFA Champions League zu qualifizieren, hat der alte und jetzt wieder neue Cheftrainer bei seinen Fans ein Stein im Brett.
Aber leider folgt meistens auf jede Euphorie ein gewisse Ernüchterung, denn die Testspiele im schweizerischen Trainingslager in Bad Ragaz gingen sowohl gegen den FC Valencia als auch gegen Villareal verloren und offenbarten somit das ein oder andere Problemchen.
Die allergrößte Baustelle hat Borussia Dortmund derzeit aber im Sturm. Denn der von Ajax Amsterdam verpflichtete 28-jährige Sebastien Haller, der bei den Schwarz-Gelben als Nachfolger von Erling Haaland fungieren soll, erleidete eine Tumorerkrankung und fällt somit für längere Zeit aus.
Sportdirektor Sebastian Kehl bestätigte zwar eine erfolgreiche Operation des Franzosen mit ivorischen Wurzeln, machte aber klar, dass die neue Nummer 9 beim BVB erstmal für längere Zeit ausfallen wird.
„Wir haben ein bisschen um Geduld gebeten, denn momentan dauern die Befunde noch an. Der Therapieweg wird jetzt besprochen, denn da gibt es unterschiedliche Wege. Aber eins kann ich vorwegnehmen: Sebastian wird uns sicherlich ein paar Monate fehlen und sobald wir da auch etwas konkreter werden können, werden wir das auch in den nächsten Tagen kommunizieren.“
Inwieweit man noch das Transferfenster für einen möglichen Ersatz für Sebastien Haller nutzen möchte, ist noch ungewiss: „Wir bereiten uns auf verschiedene Szenarien vor. Das machen wir schon seit ein paar Tagen“, erklärte Sportdirektor Sebastian Kehl auf der Pressekonferenz weiter. „Edin, Aki, die Scoutingabteilung und ich arbeiten an verschiedenen Optionen und Ideen und bereiten uns vor, aber im Moment ist da noch nichts konkret. Er wird definitiv ein paar Monate ausfallen. Das heißt: wir haben in den nächsten Wochen bis zum November in allen Wettbewerben ein relativ straffes Programm, aber ich laube auch, dass unser Kader uns ganz viele Möglichkeiten bietet. Gerade im Offensivbereich haben wir verschiedenste Optionen und neue Spieler dazu bekommen. Wir erleben derzeit einen Donny Malen in einer sehr guten Verfassung und auch Youssoufa Moukoko hat in der Vorbereitung eine tolle Entwicklung genommen und ist unglaublich motiviert.
Ich glaube, dass Edin verschiedene Optionen zur Verfügung stehen. Trotzdem fehlt womöglich das Profil Haller was die Körpergröße angeht und was die Präsenz angeht, aber wir werden am Ende ach wirklich nur was machen, wenn es auch wirklich Sinn ergibt und ansonsten werden wir den Jungs das Vertrauen geben, die wir haben.“ – „Es war unser klarer Wunsch, Sebastien Haller in die Mannschaft zu integrieren und dadurch geht natürlich etwas verloren“, fügte Cheftrainer Edin Terzic hinzu. „Dementsprechend müssen wir bereit sein, Lösungen zu finden.“
Das Offensivspiel mit einer möglichen Doppelspitze aufzuziehen, wäre eine durchaus denkbare Variante. „Wir haben auch schon in der Vergangenheit ohne diesen klaren Stoßstürmer sehr erfolgreich Fußball gespielt. Mit Youssoufa Moukoko haben wir einen der talentiertesten deutschen Kicker auf dieser Position in unseren Reihen.“ Auch Thorgan Hazard, Donyal Malen und Karim Adeyemi bescheinigt Edin Terzic sehr gute Offensivqualitäten. „Wir werden da natürlich das ein oder andere ausprobieren und was wir am Freitag ausprobieren, das werdet ihr dann sehen.“

„Die Schritte sind bis hierher zu klein!“

Marco Rose resümiert sehr selbstkritisch die bisherige Saison und äußert dabei Wünsche, Hofnungen und Erwartungen für die Zukunft.

Manuel Akanji – Muskelfaserriss in der Wade, befindet sich im Teiltraining mit dem Rehatrainer und könnte möglicherweise im Laufe der Woche ins Mannschaftstraining einsteigen
Raphaël Guerreiro und Mats Hummels – Quarantäne nach einem positiven Coronatest
Thomas Meunier – Sehnenriss an der Oberschenkelrückseite, fällt noch für mehrere Wochen aus
Youssoufa Moukoko – Muskelfaserriss
Marco Reus – „krank zuhause“
Steffen Tigges – Sprungglenk-Fraktur im Training, soll in den nächsten Tagen operiert werden
Dan-Axel Zagadou – Muskelfaserriss im Oberschenkel, „könnte noch ein paar Tage dauern“

In Anbetracht der vielen schrecklichen Ereignisse, die sich derzeit in der Ukraine ereignen und der vielen gesellschaftspolitischen Probleme genießt der Fußball bei den Menschen momentan nicht die allergrößte Priorität. Nichtsdestotrotz findet der Ligabetrieb so gut es geht statt – mal mit mehr und mal mit weniger Zuschauern. Natürlich steht das Thema Corona und den dadurch extrem eingeschränkten Zuschauerzahlen und Einnahmeverlusten bei den Vereinen auf der Agenda ganz weit oben – wie auch beim BVB.
Aber Marco Rose plagen derzeit noch weitere Sorgen. Da sind zum einen die wieder einmal extrem vielen verletzten Spieler, die zum größten Teil an muskulären Problemen leiden.
Das sind derzeit:

Aber es gibt auch ein paar gute Nachrichten: Erling Haaland und Gio Reyna befinden sich wieder im Mannschaftstraining und somit immerhin eine Option für einen „Teileinsatz“ bei der Partie gegen Arminia Bielefeld.

Es wurde bei der Pressekonferenz auch nach dem bisherigen Saisonverlauf gefragt und inwieweit Marco Rose seine Spielphilosophie in den bisherigen acht Monaten als Cheftrainer von Borussia Dortmund umsetzen konnte. Der 45-jährige gebürtige Leipziger zeigte sich dabei etwas wehmütig: „Die Entwicklung hängt natürlich immer von ein paar Faktoren ab. Einen ganz wichtigen Faktor haben wir als Mannschaft nicht erreicht. Wir haben es nicht geschafft, die Leute zu begeistern, die Leute so richtig mitzunehmen und eine Euphorie zu entfachen. (…) Fakt ist, dass wir uns nicht gut damit fühlen, wie wir in den Pokalwettbewerben abgeschnitten haben. Es ist uns nicht gelungen, im Umfeld und in der Stadt eine richtige Identifikation mit der Art und Weise unseres Auftretens zu schaffen. Und dabei fühlen wir uns nicht gut. Auch wenn Fußball schnelllebig ist und kurzfristiger Erfolg eingefordert wird, brauchen ein paar Dinge Zeit.“
Anschließend gab er zwischen den Zeilen zu verstehen, dass er sich im Kader mehr Fluktuation wünscht – was aber aus den bekannten Gründen derzeit etwas schwierig ist: „Man braucht 2 bis 3 Transferperioden um dann auf Dinge reagieren zu können, die man im Laufe der Monate feststelllt. Das heißt: im Kader Dinge anpassen und gewisse Strukturen im Kader verändern, Persönlichkeitsstrukturen verändern, an bestimmten Positionen auch versuchen an der Qualität zu schrauben und an Verfügbarkeit. Das sind Spieler, die im 3-Tages-Rhythmus physisch und mental in der Lage sind, Spiele abzuliefern. Die Kritik, die von außen entsteht, ist total nachvollziehbar und auch richtig und auch bei uns angekommen. Und trotzdem brauchen ein paar Dinge auch ihre Zeit.“
Es sind die Wurzeln des Fußballs bestehend aus Gier, Freude und Leidenschaft und die Begeisterung der Fans, die nach Meinung von Marco Rose derzeit etwas abhanden gekommen zu sein scheinen und die er wieder zurückerobern möchte:
„Ich glaube, dass die Bundesligasaison bis hierher sehr anständig gelaufen ist. Das ist unser Tagesgeschäft, aber wir haben es nicht geschafft, die Leute und den Verein anzuzünden. (…) Den Schuh müssen wir uns anziehen. Es ist unsere Aufgabe und unsere Pflicht, das umzukehren. In dieser Saison müssen wir versuchen, noch das Maximale herauszuholen, auch wenn die Bedingungen gerade alles andere als optimal sind. Und dann müssen wir uns so aufstellen, dass wir mehr Identifikation schaffen und dass die Leute wieder gerne ins Stadion kommen und Spiele sehen, mit denen sie sich identifizieren können. Und dabei rede ich nicht nur über Fußball, sondern ich rede über das Auftreten, über Ausstrahlung, über Körpersprache, über Zweikampfführung, über Dynamik, also über all die Dinge, die wir auf den Platz bringen wollen. Und das haben wir in dieser Saison zu selten geschafft.“